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8. Februar 2010

Mein Umzug und der Buddhismus

Nein, der Michel zieht jetzt nicht ins Kloster um. Es geht hier und heute "nur" um die emotionale "Anhaftung" an Gegenstände ...

Nun, bis zum Umzug sind es ja nur noch drei Wochen und ihm Rahmen der Vorbereitung war und bin ich kräftig am ausmisten – wann wenn nicht bei Umzügen rafft man sich wirklich dazu auf. Ausmisten heißt automatisch ja auch wegschmeißen, entsorgen. Ich kann gar nicht genau sagen, wieviel Säcke an Krimskrams, Zeitschriften, Papierzeugs und Dingsbumsens ich die letzten Wochen aus der Wohnung und dem Keller geschleppt habe. Dabei bemerkte ich, wie leicht es mir doch – im Vergleich zu noch vor ein paar Jahren – fiel, dies zu tun, also mich konsequent von Dingen zu trennen.

Denn bislang war ich mir recht sicher, eine Tendenz zum Messyismus zu haben. Mir fiel es wirklich nicht leicht, mich von Gegenständen zu trennen; ich redete mir immer ein, dass ich das eine oder andere doch noch brauchen könne, oder ich die eine oder andere Zeitschrift nochmals lesen wollte ... oder alles irgendwann mal ja etwas wert sein könnte – "wegen alt und so" … Nicht zu vergessen mein leichter Hang zur Nostalgie, dem bittersüßen Gefühl wenn man sich anhand von gegenständlichen Zeitzeugen des Vergangenen erinnert.

So oder so, ich suchte mir regelrecht Gründe, Dinge zu behalten. Dann kam mein erster Umzug, von zu Hause weg in die WG. Ein Großteil meiner Sachen blieben aber bei meinen Eltern – aus den Augen, aus dem Sinn. Es gab keinen Grund, mich wirklich von etwas trennen zu müssen und ich war auch sehr froh darüber.

Nun sind ein paar Jahre vergangen und meine Einstellung hat sich doch ziemlich geändert. Ich frage mich nun ganz bewusst: "Hat der Gegenstand wirklich einen beachtlichen emotionalen Wert für mich? Benutze/trage/lese/brauche ich den Gegenstand WIRKLICH noch?" Sagt mein Verstand (nach kleiner Rücksprache mit dem Herz) dann "Nein!", akzeptiere ich dies nun auch und versuche nicht mehr, mich selbst von gegenteiligem zu überzeugen. Und es tut mir richtig gut, wenn ich mich dann endlich von etwas gelöst, meine Anhaftung an den Gegenstand überwunden habe.

Woran das liegt?

Einfach am älter werden, reifen? An der Erfahrung, mich vom Elternhaus emanzipiert zu haben, selbstständig zu sein? Vielleicht ist es auch die Erfahrung, dass das Leben eine Entwicklung ist, ein Prozess des Kommens und Gehens, von Anfang, Ende und Neubeginn? Oder ist mir nun einfach bewusst(er), dass dieser Prozess numal nicht an gegenständliche, physische Anker gebunden ist und somit meine Identität, meine Person von diesen gegenständlichen Ankern unabhängig ist?


Zitat Wikipedia:

Upādāna (pali/sanskr. Aneignung, Erwähnung) ist ein buddhistischer Terminus für das Festhalten am Vergänglichen.
Im Deutschen ist als Übersetzung das Kunstwort Anhaftung oder Anhaften üblich geworden. […] Die anhaftenden Wesen klammern sich an Objekte, Ansichten und ihre eigenen Meinungen und binden sich dadurch aus buddhistischer Sicht an den leidvollen Kreislauf des Werdens und Vergehens (Samsara). Anhaften entsteht aus den drei Geistesgiften: Gier, Hass und Verblendung. Da alle Erscheinungen vergänglich und unbefriedigend sind (vgl. Drei Daseinsmerkmale), erschafft man sich zusätzliches Leid, wenn man nicht loslassen kann. Denn die Objekte des Anklammerns werden vergehen, sind unbefriedigend und fügen zum tatsächlichen Schmerz auch noch den Schmerz der Enttäuschung hinzu …


In diesem Sinne,
euer Michel

21. Dezember 2009

2010 und so ...

2010 (film)Image via Wikipedia



Das war also das (Arbeits-)Jahr 2009. Ab morgen habe ich Feiertagsurlaub, erst 2010 geht es wieder weiter.

2010. Wow. Klingt so nach Science Fiction (warum denn nur?), Weltfrieden und High Tech. Schauen wir mal, was daraus wird – ich bin ja eigentlich Optimist :). Was kommt 2010 denn sicher? Nun, ich werde Februar/März umziehen. Im April wird in Freiburg ein neuer Oberbürgermeister gewählt, im Mai ist Landtagswahl in NRW. Im Juni 2010 werde ich ein viertel Jahrhundert alt und Deutschland eventuell Männer-Fußball-Weltmeister. Schauen wir mal. Sonst fallen mir bislang keine größeren Eckpunkte ein, kommt aber noch.

Den Urlaub jetzt werde ich auch nutzen, um mich weiter auf den Aus-, Um- und Einzug vorzubereiten, sprich so weit wie möglich zu entrümpeln und auszumisten. Je weniger Trubel ich damit im neuen Jahr habe, desto besser. Ein Umzug ist nunmal der ideale Zeitpunkt, um etwas gegen latente Messie-Tendenzen zu tun und rigoros sich von Sachen endgültig zu trennen.

Es hat sich übrigens immer noch kein Nachmieter gefunden, also werde ich erst März umziehen, oder ich überzeuge meine Vermieter, dass ein Monat Nichtvermietung für sie auch seine Vorteile haben kann (z.B. kann so in Ruhe mal wieder renoviert und wertgesteigert werden), damit ich schon Ende Januar raus kann. Würde mich freuen.

Folgende Schlagzeilen würden mich in 2010 auch freuen:
  • "Klimagipfel in Kopenhagen doch gefruchtet: USA, China und Europa verpflichten sich zur Beschränkung auf maximal 2°C Erderwärmung"
  • "LHC: Forscher in Cern untermauern die String-Theorie – Weltformel scheint gefunden!"
  • "Piraten ziehen in den Landtag von Nordrhein-Westfalen ein."
  • "Spuren von Leben auf Jupitermond Europa nachgewiesen."
  • "Kernfusion in greifbarer Nähe - Energieprobleme der Welt vielleicht gelöst."
  • "Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wechselt zur Piraten-Partei"
... die restlichen Headlinewünsche hebe ich mir für 2011 auf, man soll's ja nicht übertreiben (wobei der Erstkontakt mit einer intelligenten Spezies außerhalb unseres Planeten auch recht cool wäre, deshalb das Plakat hier. Aber damit kann ich auch noch bis 2012 warten ^^ )

In diesem Sinne,
euer Michel


PS: was mache ich Silverster?

PPS: Das Bild ist eine LowRes-Variante des Filmposter zu "2010" aus dem Jahr 1984, dem schwächeren aber nicht schlechten Sequel zu dem grandiosen "2001: A Space Odyssey", welche beide auf Romanen von Arthur C. Clarke basieren. (Dies war hiermit ein kleiner kritischer Kommentar zum Film und die Verwendung des Posters in LowRes somit "Fair Use" gemäß des US-Copyrights.)

5. Dezember 2009

home, new home – 1

Zwischendurch gibt es mal wieder etwas nicht-sozialkritisches, nicht-politisches und nicht-sportliches :)
Es gibt nämlich Neuigkeiten: nach fast 2 Jahren eigener Wohnung – das WG-Jahr vorher nicht mit mitgezählt – zieht es mich Anfang '10 wieder weiter. Immer noch in Freiburg, aber endlich zentraler und größer. Ich freu mich :)

Momentan wohne ich noch in einer 33qm 1-Zimmer-Single-Studentenbude mit integrierter Kochecke, Bad und kleinem Balkon in Süd-Freiburg. Gekündigt habe ich auf Ende Februar; hoffe aber, dass sich noch zeitnah ein Nachmieter findet, der es mir ermöglicht, schon Ende Januar auszuziehen (kennt ihr jemand?).

Die neue Wohnung ist in der Nähe der Stühlingerkirche im Alt-Stühlinger, sehr nah an der Straßenbahnhaltestelle und nur einen Katzensprung zum Hauptbahnhof, Bäcker und Öko-Metzger und weitere Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung. Endlich zwei Zimmer, eine extra Küche (nicht zu klein) und insgesamt über 20 Quadratmeter mehr Platz. Am liebsten würde ich jetzt schon umziehen: maximal 10 Minuten Fußweg in die Innenstadt statt 40 Minuten, 8 Minuten mit der Straßenbahn zur Arbeit statt rund 25 Minuten mit dem Bus …

Also, falls ihr jemanden wisst, der auf Ende Januar/Anfang Februar eine Wohnung in Freiburg außerhalb der Innenstadt sucht, könnt ihr diesen gerne an mich verweisen – gebe dann gerne auch nähere Infos.

In diesem Sinne,
euer Michel

4. November 2009

zurück aus Balin ...

Was soll ich sagen – es war echt klasse. Sehr informativ und Spaß hat es auch gemacht. Berlin hat in der Tat mehr zu bieten als das Sony-Center und den KuDamm – nicht, dass ich das je bezweifelt hätte ;) ! Ich könnte jetzt natürlich auch nen ellenlangen Bericht schreiben, stattdessen mache ich mir es ganz einfach und verlinke hier einfach auf den Bericht von Rolf Schmitt auf bruchsal.org – er hat die Berlinfahrt wunderbar zusammengefasst, indem er die unter dem Hashtag #bffpi09 (BerlinFahrtFürPolitischInteressierte09) gesammelten Tweets (Mikro-Blog-Beiträge auf twitter.com) als Protokoll gesammelt hat und was einen schönen Querschnitt der "Live"-Erlebnisse darstellt – Guckst du hier!

Da findet man auch ein paar Tweets von mir, wer wissen will, welche es sind, muss schon selbst direkt auf twitter recherchieren ;). Dort finden sich übrigens auch ein paar Schnappschüsse der Fahrt. Weitere und teils bessere Fotos der Fahrt findet man natürlich auch auf Flickr, auch unter dem Tag bffpi09.

In diesem Sinne,
euer Michel

24. Oktober 2009

Balin, Balin …

Wir fahren nach Balin!
Ohja, Montag geht es für den Michel auf eine "Berlinfahrt für politisch Interessierte" – und das bin ich ja, wie ihr inzwischen mitbekommen hat. 8:57 geht der ICE ab Freiburg, über Karlsruhe schließlich nach Berlin. Kosten tut es mich nichts, da es von der Bundeszentrale für politische Bildung gezahlt wird – und zwar alles: Fahrt, Unterkunft im 4-Sterne-Hotel, Verpflegung, Rundfahrten, Besichtigungen etc. … . Nun, als Steuerzahler zahle ich natürlich auch was dran, allerdings halt nu rund ein 80-Millionstel der Kosten ;)

Ich freu mich natürlich nicht nur wegen des Hotels und der Vollpension auf die 4 Tage Berlin, sondern vor allem darauf, auch mal in den Bundestag zu kommen, Ministerien zu besuchen und Berlin generell auch mal politisch kennen zu lernen. Hier mein Programm für die Tage in Berlin:

Montag, 26.10.2009

15:25 Uhr:
Ankunft mit der Deutschen Bahn AG Berlin
15:45 Uhr:
Fahrt zum Hotel und Check-In
18:00 Uhr:
Abendessen im Restaurant Yildiz, Friedrichstr. 246, 10969 Berlin-Kreuzberg

Dienstag, 27.10.2009

09:00 Uhr:
Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt - an politischen Gesichtspunkten orientiert
12:00 Uhr
Mittagessen im Restaurant Rocco Am Hackeschen Markt, Zwirngraben 6 - 7, 10178 Berlin-Mitte
14:00 Uhr:
Informationsgespräch im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Alexanderstraße 3, 10178 Berlin-Mitte
16:00 Uhr:
Besuch der Ausstellung "Wege, Irrwege, Umwege - Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland"
18:00 Uhr:
Abendessen im Restaurant Maximilian's im Kontorhaus, Friedrichstraße 185 -190, 10117 Berlin-Mitte

Mittwoch, 28.10.2009

09:30 Uhr:
Einfinden zum Sicherheits-Check
10:00 Uhr:
Diskussion mit MdB im Deutschen Bundestag (Reichstagsgebäude), Platz der Republik 1, 11011 Berlin-Tiergarten
12:15 Uhr:
Fototermin im Reichstagsgebäude - Dachterrasse, Platz der Republik 1, 11011 Berlin-Tiergarten
Besichtigung der Glaskuppel
13:30 Uhr:
Mittagessen im Restaurant Umspannwerk Ost, Palisadenstr. 48, 10243 Berlin - Friedrichshain
16:30 Uhr:
Informationsgespräch und Führung in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (ehem. Zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi), Genslerstr. 66, 13055 Berlin-Hohenschönhausen (Eintritt p. P. 4,00 € / erm. 2,00 €, Schüler frei)
18:00 Uhr:
Abendessen im Hotel Kolumbus, Genslerstr. 18, 13055 Berlin-Hohenschönhausen

Donnerstag, 29.10.2009

10:00 Uhr:
Informationsgespräch in der Bundeszentrale für politische Bildung, Stresemannstr. 90, 10963 Berlin-Kreuzberg
12:30 Uhr:
Mittagessen und Informationsgespräch in der Landesvertretung Baden-Württemberg, Tiergartenstr. 15, 10785 Berlin-Tiergarten
15:00 Uhr:
Individueller Rundgang am Brandenburger Tor
18:33 Uhr:
Abreise mit der Deutschen Bahn AG Berlin - Hauptbahnhof


Ankommen werde ich dann kurz nach Mitternacht in Karlsruhe, wo ich wohl auch bleibe. Wie gesagt, ich freu mich echt, nicht nur wegen Berlin an sich und der Tatsache dass ich das gratis hinkommen, sondern auch wegen des Einblicks in die Diskussionen, Informationen und weil ich so auch mal die anderen Piraten aus Baden-Würrtemberg kennenlerne. Ich hoffe natürlich, dass das Wetter mitspielt. Nach der Fahrt gibt es dann natürlich einen kleinen Erlebnisbericht!

In diesem Sinne,
euer Michel

7. Oktober 2009

und nochwas …


CC-by-nc-sa "Roger"

Still und heimlich hatte mein Blog im September das einjährige Jubiläum :) Mittlerweile sind es 29 Blogeinträge, was mich doch etwas überrascht hat. Genau genommen sind es 30, aber ich hatte mich entschieden, den Beitrag über Gravis zu löschen. Insgesamt macht das also durchschnittlich 2,2 – 2,5 Blogeinträge pro Monat. Das finde ich okay – lässt sich aber sicher auf 3 im Monat aufbauen :) – und das vor allem regelmäßiger. Ich arbeite dran.

Mittlerweile sind es rund 8 regelmäßige Leser/Abonnenten, wovon ich selbst einer bin ^^ … von ein paar weiteren kann ich mir denken wer es ist, von den anderen fände ich schön, wenn sie in den Kommentaren einfach mal Hallo sagen würden. Wisst ihr was: ich fände es klasse, wenn jeder, der das hier und jetzt liest, in den Kommentaren kurz Hallo sagen würde :D !

Überhaupt finde ich, dass etwas zu wenig kommentiert wird. Entweder schreibe ich zu langweilig, oder alle sind exakt meiner Meinung, oder ich biete zu wenig Reibfläche. Bitte kommentiert, so lange ihr noch könnt ;)

In diesem Sinne,
euer Michel

Wie man das Laufen angeht – 3

Sodele, nun gibts mal wieder etwas zum Thema Laufen.
Die letzten Wochen habe ich selbst eher schleifen lassen – wenn ich einmal die Woche laufen war, war das schon viel ;) … Nun haben wir allerdings schon Oktober, sprich in einem halben Jahr ist wieder Halbmarathon in Freiburg. Der Michel hat also wieder eine richtige Motivation. Diesmal möchte ich natürlich noch erfolgreicher sein – in Zahlen ausgedrückt möchte ich ihn unter 2 Stunden absolvieren, zumindest so um den Dreh. Den ersten hatte ich ja mit 2:12:00 geschafft und somit muss ich nun halt 12 Minuten Verbesserung rauskitzeln.

Zumal ich damals ja auch erstmal Grundausdauer schaffen musste (wovon ich mittlerweile etwas mehr hab als damals) und sich die Gelenke und Sehnen erstmal anpassen mussten, bin ich nun ganz zuversichtlich, dass ich mich in 6 Monaten ausreichend steigern kann. Das heißt nun, dass ich ab sofort wieder versuche, 3x die Woche laufen zu gehen und davon mindestens 1x über eine Stunde. Die heiße Phase beginnt dann wieder erst zum Jahreswechsel, ab dann wird ganz gezielt auf den HM hintrainiert.

Aber dies nur am Rande :)

Heute will ich etwas näher auf Ausrüstung und ähnliche praktische Anschaffungen eingehen. Wie letztes Mal erwähnt, ist die einzige Ausrüstung, die meiner Ansicht nach ein Muss ist, ein paar gescheite Laufschuhe. Geht ins nächste Fachgeschäft(!), lasst euch ausführlich beraten, im Idealfall mit einer Laufbandanalye und Pipapo. Solltet ihr schon welche haben und wollt nun neue Laufschuhe kaufen, nimmt am besten die alten mit, weil die Fachleute aus dem Sohlenabrieb viel rauslesen können. Mein Tipp diesbezüglich ist der RunnersPoint bzw. R2 – Top Beratung und schöne Auswahl. Meine Schuhe sind übrigens von Brooks, Modell Infiniti. Dieser Schuh ist relativ gut gedämpft (ne nach (Über)Gewicht ein Muss) und wirkt einer sog. Pronation, also einem Einknicken und einer Eindrehung der Fußgelenke nach innen, entgegen. Dies tritt gerne bei Anfänger auf, bei denen der Stützapparat des Fußgelenks noch nicht ausreichend trainiert ist bzw. bei Übergewicht. Übrigens finde ich gescheite Schuhe auch dann wichtig, wenn man "nur" Walken geht – hierzu gibt es auch spezielle Schuhe. Das heißt natürlich nicht, dass man mit Laufschuhen nicht auch walken darf ;)

Ich war/bin mit meinen Schuhen – gerade obwohl/weil es die ersten waren – recht zufrieden. Nun aber merke ich so langsam, dass es Zeit wird für neue Schuhe, mit eher neutraler Stützung … genaueres wird die nächste Laufbandanalyse zeigen. Generell ist die Faustregel, dass man nach rund 600 Kilometer ein neues Paar kauft, da die Weichmacher in der Dämpfung etc. sich mit der Zeit und je nach Nutzung verflüchtigen und somit keine ideal Dämpfung und Stützung mehr gegeben ist. Nun, ich warte mit meinem Neukauf noch etwas … vielleicht wünsche ich mir einen R2-Gutschein zu Weihnachten :)

Soviel zu den Schuhen. Fazit: Wichtig!

Mit den Schuhen fängt es dann auch meistens an; bei mir kamen dann auch ganz schnell Laufsocken dazu. Diese sind gerade bei längeren Läufen gut, weil sie die Blasen- und Scheuergefahr stark minimieren und teils auch für bessere Lüftung sorgen. Ebenfalls bekommt man auch schnell Interesse an guter Laufkleidung. Eine wichtige Faustregel: Keine Baumwolle! Baumwolle ist zwar sonst ein tolles Material, aber was das Laufen angeht, total unfunktional! Der Schweiß bleibt im Stoff hängen, macht in nass und schwer, verdunstet kaum, erzeugt im Sommer Hitzestau und im Winter kühlt man zu sehr aus. Viel besser ist Funktionskleidung – z.B. ein (Langarm)Shirt und eine kurze Laufhose oder eine radlerhosenartige Leggins aus Kunstfaser. Diese müffelt zwar nach dem Laufen umso mehr, dafür sorgt sie für einen guten Feuchtigkeitstransport und Luftaustausch und ist in der Regel schön leicht auf der Haut.
Jetzt im Herbst und Winter gibt es natürlich auch noch gute regen- und windfeste Funktionsjacken und -Westen…
Man kann übrigens aus sehr gut und angenehm bei 0°C laufen gehen – ohne dabei wirklich dick gekleidet zu sein! Gute Laufhose, zwei Schichten Langarm-Laufshirts und ggf. noch ein Jäckle und Strinband/Mütze reichen wirklich aus!

Ansonsten gibt's natürlich noch eine Vielzahl an Gimmicks und Gadgets, die interessant und hilfreich, aber nicht zwingend notwendig sind. Höchstens ein gescheites einfaches Brustgurt-Pulsmessgerät (z.B. Polar) würde ich empfehlen, aber Sachen wie GPS-Tracker, NikePlus mitsamt iPod nano, Lauftäschle, Läuferunterwäsche, undundund sind wirklich mehr Kür als Muss :) Die Lust, sich das ein oder andere anzuschaffen, kommt ganz von alleine, da braucht man nicht wirlich eine Empfehlung auszusprechen :) Trotz allem: Laufen ist mit die günstigste Sportart! Und wenn man sich auf die Laufschuhe beschränkt, muss man nur einmal im Jahr rund 100 Euro investieren, das wars.

So, ich denke ich sollte das meiste an Ausrüstungstipps abgedeckt haben. Zum Schluss kann ich nur noch gute Literatur zum Thema empfehlen. Herbert Steffny ist diesbezüglich generell zu empfehlen, vor allem aber "Das große Laufbuch: Vom richtigen Einstieg bis zum Marathon: Alles, was man übers Laufen wissen muss" ist das perfekte Buch für sowohl Anfänger, als auch
Fortgeschrittene.

In diesem Sinne,
euer Michel

29. September 2009

Ich bin Pirat.

Die meisten haben es ja mehr oder weniger schon mitbekommen: Ich bin jetzt Pirat. Ich habe mich innerhalb von zwei Monaten diesbezüglich vom Saulus zum Paulus gewandelt, vom politisch Uninteressierten und erst recht Unengagierten zum zuerst vorurteilenden Kritiker, dann kritischen Unterstützer, dann unterstützenden Wähler und schließlich zum Parteimitglied.

Ohja, ich bin jetzt Parteimitglied der Piraten-Partei.

Wie es soweit kam? Nun, das kann ich gerne zusammenfassen: Zur Europawahl hörte ich das erste mal von der Piraten-Partei und wusste darüber nur, was man so hörte und las. Für mich hieß das also "irgend so ne Nerd-Spaß-Protest-Partei die nur für Gratis-Downloads im Netz steht" - ergo wollte ich sie definitiv nicht wählen, aber mich schlauerweise auch nicht weiter informieren.

Erst weit nach der Wahl, nach dem Aufschrei im Netz bezüglich des Internetsperren-Gesetzes der Zensursula (bitte googlen, wer's noch nicht kennt) und der daraufhin folgenden Bundestags-Petition, bei der weit über 130000 Petenten sich gegen verfassungswidrige Sperren im Netz aussprachen und dabei komplett ignoriert wurden, fing ich an, mich doch etwas mehr zu informieren. Über Politik im Allgemeinen und wie es um die deutsche Demokratie und und Bürgerrechte steht. Über Bekannte und Freunde (sieh auch die Kommentare ^^), die sich etwas früher als ich informiert hatten, erfuhr ich, dass gerade die Piraten-Partei sich ernsthaft dieser Themen annimmt und dabei das Thema Informationsgesellschaft als Kernthema hat.

Das nahm ich dann zum Anlass, mal deren Grundsatz- und schließlich das Wahlprogramm zu lesen. Und ich erlebte, was ich noch nie mit irgendeiner Partei erlebte: vollste Zustimmung in allen Punkten. Klar war das Programm nicht so umfangreich wie etwa das der Grünen – aber mir gefiel besonders die Ehrlichkeit, nur zu den Themen eine Position zu beziehen, bei denen bislang auch eine echte Kompetenz vorliegt: Datenschutz, Privatsphäre, Bildung, Forschung, Bürgerrechte, direkte Demokratie, Urheberrecht, Patentwesen, Transparenz des Staatswesens, Open Access etc. Ich hatte hier den wahren Sinneswandel: für mich musste eine Partei nicht mehr alles abdecken, solange die Themen, die sie behandelt, bei den anderen Parteien schmerzlich vermisst oder einfach nicht gelebt werden und sie so mit ihrem kleineren – aber umso kompetenteren Programm – eine Art inhaltliches Gleichgewicht wiederherstellt.

Ich war also rundum überzeugt und wollte die Partei nicht nur wählen, sondern tatkräftig unterstützen. Hier muss man wissen, dass der einzige Unterschied zwischen Parteimitglied und Unterstützer nur der monatliche Beitrag von 3€ und das Stimmrecht auf Parteisitzungen ist – inhaltlich mitgestalten, mitdiskutieren und kritisieren kann und soll jeder, da jegliche inhaltliche Diskussion und Positionsbildung basisdemokratisch öffentlich und offen im Wiki und Forum der Piraten geführt wird. Da gerade Themen wie direktere Demokratie und der freie Zugang zu Wissen und Bildung mich interessierten und eine Optimierung der Urheberrechts mich auch beruflich betrifft, entschloss ich mich richtig einzubringen und – schwupps – wurde ich offiziell der 6594. Pirat in Deutschland. Mittlerweile sind es übrigens über 9700, Tendenz weiter steigend.

Und so fand ich mich plötzlich in meiner Freizeit in der Ka-Jo am Infostand Wahlkampf treibend, Flyer verteilend, mit Leuten unterschiedlichster Auffassung diskutierend und bekam die volle Breitseite Politik :) – und was soll ich sagen, es macht verdammt viel Spaß und bringt einen echt weiter – in so vielen Aspekten. Ganz davon zu schweigen, wieviele nette, lustige und intelligente Leute ich innerhalb und rund um der Partei kennenlernen konnte. Soviel dazu.

Manche haben es evt. auch mitbekommen:
Sonntag war eben Bundestagswahl und wir haben
  • Deutschlandweit 2,1%
  • was über 850000 Stimmen bedeutet und einer Vervierfachung derselben seit der Europawahl – und das in 3,5 Monaten!
  • Die Grünen hatten bei ihrer ersten Bundestagswahl nur 1,5%, obwohl sie zuvor schon bei einigen Landtagswahlen angetreten waren
  • Unter den Sonstigen sind wir nun mit Abstand die Stärkste (mehr als NPD und Republikaner zusammen)
  • Im Wahlkreis Freiburg erreichten wir 2,8%, womit wir auch die Größten der Kleinen sind
  • unter den männlichen Erstwählern erreichten wir 13%, bei den bis 24-Jährigen waren es 9%
  • in den unterschiedlichen Wahlkreisen war es flächendeckend stabil zwischen 1,2% und 6%, mit einem Schwerpunkt um die 2%
Und das alles, trotz:
  • der Zeit: in der Kürze der Zeit wurde ein klasse Wahlkampf hingelegt. Die Zulassung zur Wahl kam erst am 31.07.
  • der Medien: wir wurden weitläufig ignoriert, ständig mit dem Fall Tauss verbunden oder sonst verfälscht dargestellt ("monothematisch", "Internet-Partei")
  • dem wenigen Geld: Wahlkampfbudget deutlich < 200.000 im Vergleich zu den großen Parteien (CDU >20 Mio, SPD >26 Mio, selbst Grüne noch ca. 4 Mio) und das alles rein privat und mit den Mitgliedsbeiträgen
  • der wenigen Aktiven: nur eine Handvoll Engagierte vor Ort, mit ehrenamtlichen Zeitaufwand und Sach- und Geldspenden
  • der Jugend und wenigen Erfahrung: spontan, etwas unorganisiert, dafür aber umso mehr authentisch und glaubwürdig
  • (Quelle Piraten-Partei)

Die nächsten Ziele sind recht klar: Ausbau des Programms, Professionalisierung der Strukturen, diverse Landtagswahlen und und und. Ich freu mich jetzt schon darauf mitzuhelfen, die Partei fit für die nächsten 4 Jahre zu machen und sie 2013 auch in den Bundestag zu bringen – die Chancen stehen mehr als nur gut.

Für alle, die nun weiter interessiert sind, gibt es nun zum Schluss ein paar weiterführende Links. Gerne könnt ihr auch Fragen stellen oder generell kommentieren :)

In diesem Sinne, euer (Piraten-)Michel

13. September 2009

übrigens…

gibt es mich noch, es gibt auch einiges an Neuigkeiten. Allerdings hatte ich in letzter Zeit auf gut Deutsch einfach keinen Bock, mich hinzusetzen und das alles schön in Textform zu gießen :). Auch mit den Lauftipps geht es irgendwann weiter (auch wenn das Feedback und Fragen diesbezüglich eher dünn einsickern).

In diesem Sinne,
Michel

28. Juni 2009

… kleiner Relaunch

Wer kürzlich dieses Blog direkt besuchte, hat vielleicht schon gesehen, dass ich ein paar kleine Änderungen vorgenommen habe: Statt "MichelPichelBlog" laufe ich nun unter dem Banner "creavity - zieht Gedankenteilchen an". Entsprechend gab es ein klitze-kleines Redesign. Der Name ist nicht nur Schall und Rauch, sondern soll auch Programm werden – in Zukunft werde ich hier vermehrt Gedankenfürze und Ideen von mir lassen und Themen behandeln, die mein Hirn oder Herz beschäftigen.
Das heißt nicht, dass es nicht auch ganz weltliche und banale Posts geben wird –
die Mischung macht's.

In diesem Sinne,
euer Michl

10. Juni 2009

Rückgrat sollte man haben

Ich hatte meine Pläne ja bereits erwähnt und nun auch Nägel mit Köpfen gemacht: ich habe mich im neuen "Rückgrat Sport- und Gesundheitscenter" Freiburg bei uns im Alten Zollhof angemeldet.

Nun, ich habe nun schon diverse Fitnessstudios durchprobiert, das erste Mal – soweit ich mich erinnern kann – mit rund 14 im Anschluss an eine Kur. Ich glaube, dass ich ohne den regelmäßigen Sport damals die Erfolge der Kur nicht hätte aufrechterhalten können. Aber wie es numal so ist, nach einer gewissen Zeit schwand halt dann doch die Motivation, bis ich dann gar nicht mehr ging und dann nach 2 Jahren fristgerecht kündigte. Danach war ich zwar wenigstens recht aktiv im Karate-Verein, aber es sollten dennoch einige Fitnessstudio-Intermezzi folgen (vier um genau zu sein); immer wieder zu Beginn hochmotiviert, gegen Ende dann doch ungenutzte Geldverschwendung …

Aber diesmal wird alles anders! ;)
Ich hatte im letzten Fitnessstudio (easy-Sport [oder easy fit?] Freiburg) zwar wieder – nach anfänglicher Motivation – lange Zeit meinen Vertrag gar nicht oder nur gaaanz sporadisch genutzt, aber als dann letztes Jahr die Idee des Halbmarathons im Raum stand, fand ich wieder Motivation regelmäßig ins Training zu gehen – auch wenn es nur fürs Laufband war. Ich merkte, dass sich das Geld (rund €30) schon lohnt, wenn man es auch nutzt. Klingt logisch, ist aber so :)

Durch diese einmalige Erkenntnis ^^ (und die durchs Halbmarathontraining neu gefundene Trainings- und "Disziplins-Bereitschaft") fühle ich mich jetzt wieder bereit für eine neue Runde Fitnessstudio. Es ist einfach wieder an der Zeit, vor allem ganzheitlich und effektiv das Lebensvehikel auf Vordermann zu bringen und dabei für die Zukunft zu rüsten ;)

Wie gesagt fiel dabei die Wahl schnell aufs Rückgrat Freiburg – aus folgenden Gründen:
  • das neu eröffnete "Rückgrat Alter Zollhof" ist direkt hinter meinem Arbeitsplatz in besagtem Gebäudekomplex
  • wir haben von der Agentur aus einen kleeeeinen Nachbarschafts-/Freundschaftsrabatt aushandeln können
  • es ist in einer schönen, hellen, luftigen Location, altes Gemäuer aber ansprechend renoviert
  • die Geräte sind neu und modern
  • die Trainer/Betreuer sind kompetent und gut ausgebildet
  • es gibt für mich attraktive Kurse (u.a. Wirbelsäulengymnastik etc.)
  • sie haben Power-Plates
  • es gibt ein ziemlich cooles Chipkarten-Zirkeltrainingsystem ("Milon")
  • bislang nur positive Erfahrungen berichtet bekommen
  • kaum zeitliche/geografische Ausredemöglichkeiten für mich – Sporttasche direkt mit zur Arbeit!
Ich zahle im Monat jetzt das doppelte als im letzten Fitnessstudio (sprich €15/Woche, dies ergibt sich aus Grundpreis + freiwillige Tarifmodule für Kurse, PowerPlate, Sauna etc.), würde aber sagen, dass ich im Vergleich dazu aber die dreifache Qualität bekomme: Easy-Sport/easy-fit/whatever ist eben wortwörtlich billig, was sich halt in Betreuung, geringem Angebot und technischem (Zu)Stand der Geräte niederschlägt – ist/war meine persönliche Erfahrung, vielleicht geht es anderen da ganz anders.

Ich denke mir, dass mir meine Gesundheit und Fitness (auch als Altersvorsorge) bei entsprechender Qualität 15 Euro die Woche wert sein sollten – vorausgesetzt ich nutze es auch voll aus ;)
Das habe ich nun vor und ihr seid meine Zeugen – Updates und fundiertere Erfahrungsberichte folgen!

In diesem Sinne,
sportliche Grüße!

Michel

30. Mai 2009

Was bisher geschah...



Wie angekündigt gibt es nun ein überfälliges Update.

Vier Monate ist mein letzter, richtiger Post nun her und einiges hat sich getan. Der ereignisreichste Monat hierbei war wohl der März. Zum einen hatte ich im März meine Abschlussprüfung. Alles lief bestens, unser Präsentationsvideo kam sehr gut an (demnächst auch mal hier zu sehen) und Peter und ich konnten unser Studium an der Freien Hochschule Freiburg mit 98 Punkten (von 100) beenden, wobei wir 100 Punkte für das Konzept bekamen – yeah! Seit dem Abschluss ruht unser Projekt jetzt zwar etwas *hüstel*, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben ;)

Es war eigentlich wie mit dem Abi: man arbeitet darauf hin und fiebert ihm entgegen, aber wenn der Abschluss dann da ist, ist es unspektakulärer als erwartet. "Dramatischer" war nun eher der Wechsel vom Studium ins "Erwachsenen-Leben" – auf einen Schlag fällt Kindergeld und Bafög weg, die ganzen Vergünstigungen hat man nicht mehr und man muss plötzlich an Dinge wie eine Haftpflichtversicherung denken und natürlich schnellstens eine Arbeitsstelle finden – dazu später mehr :)

Und nochwas war natürlich im März: der Freiburger (Halb-)Marathon! Starke drei Monate hatte ich darauf hin trainiert und auch eisern durchgehalten, fitter geworden und abgespeckt. Ende März war der Sonntag dann da, ich hatte mich auch mental gut vorbereitet und der Startschuss fiel. Kurz zusammengefasst: Ich bin mit 2h:12 ins Ziel *stolz* – abgekämpft aber glücklich – und es war eine tolle Erfahrung, die ich nächstes Jahr gerne wiederhole, dann natürlich auch unter 2 Stunden ;)

April war dann der erste Monat als Nicht-Student und letzte Monat als Praktikant. Täglich wurde mir etwas banger ob der Zukunft, zumal eine mögliche Übernahme noch nicht entschieden war. Im Nachhinein war es etwas leichfertig, mich nicht arbeitslos zu melden und damit auch Hartz 4 zu bekommen, denn für mich gab es nur zwei Optionen: entweder übernommen werden (was ich ja wollte) oder in eine ganz andere Stadt ziehen und da mein Glück suchen. Zwar gibt es in Freiburg viele (kleine) Agenturen, aber kaum eine andere interessierte mich oder war meinen Ansprüchen gewachsen (so eingebildet das jetzt auch klingt...).

Nun, den Göttern sei Dank musste ich dann weder Hartz 4 beantragen, noch Koffer packen und den Mietvertrag kündigen, sondern bekam dann gegen Ende des Monats die frohe Botschaft, dass ich ab Mai dann übernommen werde, wenn ich denn noch wollte – der Idealfall war also eingetreten und ich darf mich nun offiziell als Mitarbeiter der wohl größten, besten (und nettesten ^^) Agentur in der Regio (und auch bissel darüber hinaus) bezeichnen. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön ans Universum für die Chance mich beweisen zu können.

Tja, nun haben wir auch fast schon wieder Juni. Der Mai war ein arbeitsintensiver Monat, teils auch recht stressig, aber trotzdem (oder gerade deswegen) sehr erfüllend. Zwischendurch gabs zwar mal eine Darmgrippe (oder wars ne Lebensmittelvergiftung?), aber das änderte nichts an der Tatsache, dass es mir im Großen und Ganzen recht gut ging.

Das mit dem Laufen habe ich zwar seit dem Halbmarathon – auch aufgrund kleinerer Zipperlein und fehlender Motivation – eher schleifen lassen, habe aber nun wieder fest vor, mindestens zweimal die Woche wieder zu joggen. Außerdem habe ich nun Anfang Juni auch ein Beratungsgespräch im "Rückgrat", einem recht ordentlichen Fitnessstudio, welches erst kürzlich direkt hinter unserer Agentur aufgemacht hat. Die Faulheit hat also kaum Chance, wieder Einzug auf meinen Hüften zu halten.

So, das war jetzt mal wieder ein grober Rundumschlag der letzten Meilensteine auf dem "Michel-Marathon". Generell hab ich auch vor, öfters wieder zu bloggen (trotz Twitter, wo ihr auch gerne meine häufigen Updates verfolgen dürft), auch mal mehr über Kleinigkeiten oder Dinge, die mich generell interessieren und beschäftigen.

In diesem Sinne, bis bald,
euer Michel

27. Mai 2009

Kleines Lebenszeichen…

Ja, ich lebe noch :)

Da ich momentan doch lieber twittere (also mikroblogge) – und das häufig und regelmäßig – habe ich bisher eher nicht die Lust gefunden, ausführlich ("makro") zu bloggen. Dabei ist seit dem letzten Post echt viel passiert. Nun, vielleicht gibt es demnächst eine Zusammenfassung der letzten Monate.

Der eigentliche Grund für diesen Post ist aber der, dass morgen das monatliche Bloggertreffen in Freiburg ist und ich selbigem zum ersten mal (und hiermit zu Recht) beiwohnen möchte… ^^

Grüßle und in diesem Sinne,
Michel

29. Januar 2009

Er läuft und läuft und läuft…

Ohja. Der Michel macht Sport. Endlich, mag man sagen :)
Nach doch längerer Bewegungsabstinenz wurde es wirklich Zeit. Was ich mache? Ich laufe/jogge/trabe/renne und fühl mich wunderbar…

Alles Begann Anfang Dezember als eine Bekannte mir vorschlug, doch beim Freiburger Halbmarathon mitzumachen… Ich so: "Ne, Quatsch, das kann ich nicht, keine Kondition, 21 Kilometer – biste verrückt?!" Na ein paar Getränken und ein bissel Überdenkzeit sah ich das ganze dann doch mehr als Chance bzw. Motivation, um wirklich wieder Sport zu treiben und stimmte zu. Ende März 2009 sollte es also so weit sein! Als Ziel setzte ich mir mal hochtrabend die 21 km in 2,5h zu schaffen, wobei mir das schon sehr unrealistisch vorkam…

So ging ich also nach Monaten das erste Mal wieder ins Fitness-Studio und stellte mich aufs Laufband. Ich stellte mal 6 km/h ein und fing mit dem Traben an. 30 Minuten schaffte ich, war aber doch recht groggy. Aber ich merkte, dass es geht. Also ginge es ein paar Tage später weiter, diesmal "sogar" mit 6,5 km /h… und so begann ich langsam aber sicher, mich an das Laufen heranzutasten. Der ganzen Dezember stand im Zeichen de Eingewöhnung, besonders meine Gelenke sollten sich erstmal langsam an die Belastung gewöhnen.
Aus diesem Grund besorgte ich mich auch recht bald richtige Laufschuhe; dazu wurde ich im run2/runners point Freiburg wirklich gut und kompetent beraten. Einführende Literatur war auch schnell besorgt und und ich las mich gut ins Thema ein. Abgesehen von etwas Rückenschmerzen zu Beginn und leichtem Kniezwicken (was ich vorher aber auch schon hatte) ging es mir auch wirklich gut.

Als für mich auch feststand, dass ich das definitiv weiter durchziehen will, besorgte ich mir dann auch eine Pulsuhr, um damit wirklich korrekt und gezielt trainieren zu können. Januar war es dan auch so weit und ich begann richtig nach Plan zu trainieren; ich achtete auf den richtigen Pulsbereich und auf ausreichend Pausen, gleichzeitig legte ich noch mehr Wert auf eine gescheite Ernährung…

Zwischenzeitlich habe ich auch Laufklamotten besorgt, gehe nach wie vor regelmäßig laufen (auch seit neustem draußen und nicht nur Laufband) und habe auch schon seit Dezember rund 6 Kilo abgenommen; generell merke ich total die Fortschritte, sowohl was Kondition, als auch Wohlbefinden usw. angeht.

Ich bin mir nun auch ganz sicher, dass ich die 21 km in Zielzeit schaffe, sogar noch flotter. Warum? Ganz einfach: ich bin letzten Sonntag im Prinzip fast Halbmarathon gelaufen, als ich spontan entschied, von Halsach über die Haid, über Tiengen, Opfingen und Merdingen schließlich nach Ihringen zu laufen. Ich überlebte es und schaffte es (sogar mit kleinen Gehphasen) in 2,3h… also mehr oder weniger in meiner angestrebten Geschwindigkeit!
Danach konnte ich zwar einen Tag fast nicht laufen, dafür ging es mir aber beim Training zwei Tage später umso besser ;)
Mit ursprünglich 30 Minuten bei max 6,5 km/h kann ich nun aktuell gut und angenehm über eine Stunde mit 8,5 km/h laufen… und es wird wöchentlich besser.

Nun, soviel als Update zu meiner sportlichen Betätigung. Ich kann nur sagen, dass ich echt froh bin damit angefangen zu haben – dabei hätte ich mir das früher echt nicht vorstellen können, weil mir Laufen eigentlich immer verhasst war.
Ich freu mich jetzt auch richtig auf den Halbmarathon, weil ich jetzt eben die Gewissheit habe, dass ich es gut packen werde.

Wen meine weiteren Trainingsfortschritte interessiert, kann ab und zu mal vorbeischauen; hier finden sich immer Infos zu meinen letzten Trainings:




In diesem Sinne,
Danke fürs Interesse,

euer Michel

In diesem Sinne,
Danke fürs Interesse,

euer Michel

18. Januar 2009

Wie steht mir Schnurrbart und Uniform?





Versucht mich* zu entdecken und entscheidet selbst :)
Screenshots dazu gibt's auf Flickr.

(* das bin natürlich nicht ich, sondern mein Vater im Alter von 23 [sieht aber älter aus] während seiner Wehrpflicht 1972.
Die englische Sängerin "Sandie Shaw" besuchte seine Kompanie (oder wie nennet man sowas, bin 'ne militärische Null) und ein Filmteam des NDR war dabei, um sie mit dieser Truppe in Szene zu setzen – wenn auch leicht surreal; ein Lied namens "Sommerwind" mit Soldaten und Archivfilmen von Panzern und startenden Raketen zu untermalen, ist schon irgendwie seltsam - oder war's ein politisches Statement? Egal, mittlerweile ist der Kalte Krieg ja mehr oder weniger vorbei…

Schon interessant, aber auch irgendwie gruselig, sich selbst so sehr in den Eltern wieder zu erkennen, mal von Schnurrbart und Uniform abgesehen ;)

In diesem Sinne,
euer Michel

29. Dezember 2008

Das war 2008! Michel, Pichel, Emotionen

Sodele, das Jahr neigt sich dem Ende zu und nach längerer Pause melde ich mich hier mal wieder. Das war also 2008! So schnell wie dieses Jahr ging kaum ein Jahr vorbei. Ein kleiner Schnelldurchlauf:

Seit Januar wohne ich jetzt (nach der WG-Phase) offiziell in meiner erstem eigenen Wohnung und fühle mich auch richtig wohl hier drinne. Die ersten Monate rauschten recht ereignislos dahin; ich jobbte und war dazu noch Vollzeitpraktikant.

April dann begann dann nach meinem Praktikum mein letztes Unterrichtssemster. Ich fühlte mich nun durch die praktische Erfahrung ganz zuversichtlich und souverän, was sich im Lauf des Semesters auch bestätigte ;)

Im Mai gab es dann ganz coole Entwicklungen; im Rahmen meines "Plakat"-Fachs nahm ich Kontakt zu Amnesty International auf, um ihnen ein Citylight-Plakat-Konzept vorzustellen. Diese sind zwischenzeitlich gedruckt und könnten wortwörtlich jeden Moment von der Wall AG in Freiburg aufgehängt werden :)

Im Juni ging es wie gehabt weiter, ich war in Sachen "Plakat" und "Corporate Design" ganz fleißig; Ende Juni wurde ich dann 23 – mannmannmann, so alt – und bekam nach einer Untersuchung Schilddrüsentabletten verschrieben, womit meine immer stärker werdende Müdigkeit und Ausgelaugtheit ein Ende nahm.

Juli ging dann auch das letzte Unterrichtssemester zu Ende; ich war mit allem ganz gut im Zeitplan und alles war ohne viel Stress rechtzeitig fertig. Gleichzeitig bewarb ich mich für ein (Schnupper-)Praktikum in einer lokalen Werbeagentur, von der mir sehr vorgeschwärmt wurde. Daraus wurde dann ein doch längeres, reguläres Praktikum parallel zum Abschlusssemester, welches mir hoffentlich auch Türen öffnet.

Im August begannen die letzten Sommerferien meines Lebens. Irgendwie traurig, wo sonst hat man denn im Sommer 2 Monate frei? Ende August wurde es nochmal aufregend, als ich mit meinem Bruder für mehrere Tage zur Games Convention in Leipzig fuhr (was ich ja hier auch schon ausführlicher erzählt habe).

Im September dann heiratete dann meine Cousine. Eine sehr schöne Trauung, Feier und das erste Mal, dass ich bei einer Hochzeit von Personen war, die ich wirklich mag ;). Immerhin bin ich im Prinzip mit meiner Cousine groß geworden und wir haben auch schon viel zusammen erlebt. Alles Gute nochmal an dieser Stelle :)

Im Oktober begann dann wie gesagt das Abschlusssemester. Da wir bereits in den Somemerferien konzeptionell mit unserem Projekt recht weit kamen, konnten wir im Oktober dann auch gleich anfangen und mussten nicht, wie viele andere in unserem Semester, erst um ein Thema ringen. Mehr zum Abschlussprojekt in bälde ;)

Tja, im November begann dann auch mein freiwilliges Praktikum (zumindest ging ich davon aus – dazu später mehr). Wir kamen mit dem Projekt gut voran; unsere Umfrage im Vorfeld brachte uns viel Feedback. Außerdem fing ich wieder mit dem Computerspielen an, da das neue AddOn von World of Warcraft rauskam ;)

Schwuppdiwupp war auch schon Dezember. Ein Gespräch mit den Agentur-Chefs brachte zum Tageslicht, dass die aufgrund schlechter Kommunikation untereinander gar nicht wirklich wussten, dass oder ob ich Praktikant bin. Das wurde nun aber endlich geklärt ;) Desweiteren flashten wir unseren Dozenten und auch die Mitstudenten mit einer recht coolen Videopräsentation (dazu auch bald mehr), dir wir fast nicht gemacht hätten. Auch inhaltlich bekam das Projekt im Dezember einen guten Schub, sodass wir jetzt die Konzept-Phase verlassen und die Kreation und Realisation angehen… Es gab diverse Weihnachtsfeiern und schließlich auch die üblichen Feiertage, an denen in feststellte, dass ich leider überhaupt nicht mehr familientauglich bin, seit ich mich an das alleinewohnen gewöhnt habe…

So und nun ist ja fast Silvester, was ich das erste mal in Freiburg verbringen werde…
Für 2009 habe ich mir vorgenommen, regelmäßiger zu bloggen ;) Kleinere News und Updates twittere ich ja auch gerne mal.
Also, in diesem Sinne, stay tuned.

Grüßle, euer Michel

20. Oktober 2008

Der Michel wurde reingelegt…

und zwar von den ominösen Betreibern von "Mega-Downloads.net".

Heute bekam ich per Mail eine Rechnung von obiger Website. Sinngmäß stand darin, dass ich mich bei ihnen am 2. Oktober registriert hätte und somit ein Abo hätte, welches 8 € im Monat koste, vorauszuzahlen für 12 Monate, sprich 96 €. Zuerst dachte ich, es wäre typische Spam-Mail, bis ich erkannte, dass die Adressdaten von mir persönlich ausgedacht waren (was übrigens legal ist, wenn man eben nicht von einem kostenpflichtigen Angebot ausgeht). Ich schaute im Browserverlauf nach und fand tatsächlich etwas: Ich wollte zu diesem Zeitpunkt auf selbiger Seite ein Freeware-Programm runterladen. Dafür sollte ich mich einloggen bzw. regisitrieren. Ich dachte mir nichts groß dabei, aber da mir es doch leicht komisch vorkam, benutze ich meine anonyme E-Mail-Adresse sowie eine anonymisierte Spaß-Version meiner Adresse.

Nun ging ich heute also mal auf diese Seite und sah oben ganz deutlich "Jetzt anmelden und für 96 € Mitglied werden!". Konnte ich das übersehen haben? Mitnichten, denn auf der Downloadseite, auf der ich mich anmelden sollte, stand davon – zumindest so leicht ersichtlich – rein gar nichts. Auf gut Deutsch: Ich bin scheinbar in eine der oft angeprangerten "Vertrags"-Fallen getappt. Ich hätte echt nicht gedacht, dass mir das mal passieren könnte.

Bevor ich überhaupt auf diese Rechnungsmail antwortete, recherchierte ich erst mal im Web und stieß schnell auf die Seite der Verbraucherschutzzentrale. Gemäß dieser und weiterer Seiten sollte ich es einfach ignorieren (ebenso wie evt. folgenden Mahnungen und Drohungen evt. Anwälte oder gar Inkassofirmen) oder eben widerrufen und ebenfalls die dennoch (rein aus Prinzip und Verarsche) folgenden Aufforderung der "Firma" ignorieren. Die "Firma" hat übrigens einen Briefkasten in Wien und den Hauptsitz in den Arabischen Emiraten ^^.

Genau das tat ich also, ich widerrief per Mail ("Rechnung" kam ja auch per Mail) und verweigerte die Zahlung – natürlich war ich nicht so dumm und schrieb in die Mail meine korrekte Adresse ;). Ich habe übrigens nicht einfach nur widerrufen mit Hinweis darauf, dass für einen Vertrag "keine Willensübereinkunft stattgefunden hat", sondern habe es etwas trickreicher gemacht. Aus Sicherheitsgründen gebe ich aber meinen tatsächliche Widerrufsmail hier nicht so öffentlich wieder, sondern nur persönlich auf Nachfrage ;)

Jetzt bin ich mal gespannt was da sonst noch kommt. Laut den meisten Verbrauchertipps soll man alles was da vielleicht noch so kommt ignorieren, es sei denn es käme direkt von einem deutschen Gericht in Form eines korrekten Mahnbescheids, dem man auch einfach widersprechen solle. Zu einem tatsächlichen Rechtsfall käme es in 99,9999999 % nie, da die Betreiber selbst wüssten auf was für dünnem Eis sie sich bewegen (Stichwort arglistige Täuschung). Ich will aber gar nicht wissen, wieviel Leute aus Angst zahlen, denn dieses Geld sehen die nie nie wieder…

Also Leute, Holzauge sei wachsam! Ich habe gelernt, dass ich mich ganz sicher nicht mehr für "Freeware"-Seiten irgendwo anmelde – egal ob mit Fake- oder echter Adresse. So oder so, ich halte euch auf dem Laufenden!
Weitere Infos und "Schwarze Listen" gibt es übrigens auch hier.
In diesem Sinne, euer Michel

12. Oktober 2008

Nostalgie, so gut tut sie… [Nachtrag]

Wie versprochen, anbei ein kleiner Ausschnitt aus der "geheimen" Kassettenaufnahme von einem typischen Sonntag 1993 (oder 1992?). In diesem Abschnitt geht es eben um meine gerechtfertigte Skepsis was die historische Existenz vonAdam und Eva angeht ;) – auch wenn ich ganz cool finde, dass ich damals (und noch früher) schon sehr skeptisch und wissbegierig war, finde ich, dass ich da einfach nur möchtegernschlau und überheblich bin/klinge, von meinem seltsamen Tonfall ganz zu schweigen ^^.
(und überhaupt: was meinte ich mit "nach drei Jahren sind die wieder gestorben" ?!)

Die volle Aufnahme ist über eine Stunde lang und sprengt hier den Rahmen, außerdem sollte das auch nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein – wer mich persönlich kennt, kann ja mal bei Gelegenheit reinhören, habs auf dem iPod…
Hier gehts zum mp3-Schnipsel

In diesem Sinne, euer Michel

10. Oktober 2008

♫ it's the final countdown – düdeldüh düh, düdelüdüdüüh… ♫

Der Grund warum ich so peinlich "singe"? Seit Anfang Oktober läuft offiziell das (hoffentlich) letzte Semester meines Studiums (Grafik-Design, für die, die es nicht wissen). Ich wiederhole gerne: Das letzte Semester! Krass! Ich kann es kaum glauben. Vor ziemlich genau vier Jahren betrat ich nach bestandener Eignungsprüfung das Hochschulgebäude als Student, ohne wirkliche Ahnung von irgendwas (»Typografie‽ Was ist das?«) und ohne einen geraden vertikalen Strich zeichnen zu können (Gruß an Ari). Und jetzt geht's um die Wurst, genauer gesagt um die Abschlusswurst. Das letzte Semester ist komplett für ein Abschlussprojekt reserviert, sprich kein Unterricht im eigentlichen Sinne sondern Korrekturen und Dozententermine. April 2009 bin ich dann offiziell kein Student mehr und in die böse Arbeitswelt entlassen. Ich wiederhole gerne: Krass!

Eine Idee für ein Abschlussprojekt haben der Peter und ich bereits seit mehreren Wochen, wobei "Idee" hier so langsam recht untertrieben ist, da unser Konzept mittlerweile doch stark gereift ist. Wir sind auch ziemlich überzeugt von unserem Vorhaben, deswegen werde ich hier aus Sicherheitsgründen vorerst nichts näheres darüber in der Öffentlichkeit erzählen – ich werde mich noch früh genug ausführlich darüber äußern :)

Nun, mein Abschlusssemester wird vielleicht ein bisschen anders als bei den meisten meiner Kommilitonen ablaufen, da ich glücklicherweise parallel dazu ab Ende Oktober hier in einer Freiburger Agentur ein "Schnupper"-Praktikum absolvieren werde. Beweggrund dafür ist schlicht und ergreifend, dass ich starkes Interesse daran habe, nach meinem Abschluss dauerhaft dort ein Plätzelein zu finden und gegen- und beidseitige Beschnupperung sollte da ganz von Vorteil sein.
Wie es der (*hust*) Zufall so will, ist es zudem nun auch so, dass ich das Abschlussprojekt auch als Teil meines Praktikums erarbeiten kann – wie manche vielleicht wissen war Peter ja in der besagten Agentur ebenso Praktikant und hatte von ihnen angeboten bekommen, seinen Abschluss bei ihnen zu machen; so kam eins und eins zusammen und alles ist ganz praktisch und vielversprechend ;). Aber wie gesagt, näheres zum Abschlussprojekt und meinem Ergehen als Schnupperpraktikant zu späterem Zeitpunkt.

Alles in allem ist das Abschlusssemester halt eine doch recht ambivalente Sache; einerseits freue ich mich total, dass ich endlich meine Ausbildung hinter mich bekomme und mich (hoffentlich) ins Berufsleben stürzen kann, andererseits ist es in der Tat das Ende meiner Ausbildung (Ich wiederhole mich gerne: Krass!), der Beginn des echten Lebensernsts und auch leider das letzte Semester mit meinen Kommilitonen, bevor es die meisten wieder in alle vier Winde verstreut :( … Aber da muss ich eben auch durch; das Leben ist kein Ponyhof und alles hat ein Ende, nur die Wurst hat Zeit. (Lese übrigens gerade ein Buch mit dummen Sprüchen…)

In diesem Sinne, auf bald,
euer Michel

5. Oktober 2008

Nostalgie, so gut tut sie…

Ohja. Ich muss nur mal YouTube anschmeißen und die Intros der "Curiosity Show" oder "Disney Show" schauen, schon flasht es mich und bin in einem seltsam halbdurchlässigen Schwebezustand zwischen 2008 und 1988. Es ist, als würde das eigene, "aktuelle" Bewusstsein leicht außer Phase verschoben und teilweise mit meinem früheren Ich verschmolzen; man sieht ein bisschen durch die Augen von damals, man fühlt sich ein bisschen in der damaligen Situation. Ein regelrechtes Feuerwerk scheint in den dunklen und verstaubten Ecken des Hirns von Statten zu gehen, lang verschollene Erinnerungen, Gedanken und Sinneseindrücke sind instantan wieder da, als wären sie nie weg gewesen.

Fotos vermögen das auszulösen, Bewegtbild noch mehr. Aber was ich heute Abend erleben durfte, stellt das alles echt in den Schatten. Durch Zufall erinnerte sich meine Mutter, dass sie früher oftmals uns heimlich beim Essen o.ä. aufgenommen hat, um uns dies ein bisschen später nach dem Motto "So nervig könnt ihr sein" vorzuführen. Also, schnell war die Kassette gefunden und eingelegt. Zuerst lautes Rauschen, dann hörte man auch schon meine Mutter mit jüngerer Stimme und irgendwie stärkerem Dialekt reden. Die Klangqualität war natürlich recht schlecht, allerdings auch ausreichend. Wenig später erklang auch schon das erste, helle "Mama": mein Bruder im Alter von rund 2. Unglaublich meinen inzwischen 17 Jahre alten Bruder mit dieser Kleinkind-Stimme und der goldigen holprigen Aussprache zu hören, dabei hatte ich ihn ja damals auch "live" so gehört. Wir mussten teilweise heftig lachen, nicht nur aufgrund der Kleinkind-Aussprache, sondern auch wegen der teils total unsinnigen Unterhaltung meiner Eltern ^^ …

Dann kam der "große" Moment, ich hörte mich selbst sprechen, im Alter von 8. Kaum zu glauben, dass ich mich mal so angehört habe. Noch interessanter war es zu hören, dass ich schon in diesem Alter total besserwisserisch war – z.B. wollte ich auf dieser Kassette gerade meinen Eltern verklickern, wie unlogisch es ist, dass Adam und Eva die ersten Menschen gewesen sein sollen (ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ein "Was ist Was"-Buch über Urmenschen gelesen) – tja, manche Dinge ändern sich nie ;).

Und so ging es weiter, es war einerseits ein riesiger Spaß mit großen Lachern, andererseits schwang auch immer ein bisschen Wehmut mit – Nostalgie in Reinstform eben. Es ist eigentlich auch kein Wunder, dass nostalgische Momente so eine starke Wirkung auf uns haben. Alles was uns als Person ausmacht ist ja unsere Erfahrung, unsere Vergangenheit ist alles, was uns prägt. Man muss halt nur aufpassen, dass man nicht zu sehr der Vergangenheit nachhängt/nachtrauert oder sich in einer verklärten Rückschau verliert. Naja, ich werde nächstes Mal auf jeden Fall ein Audiokabel mitnehmen und erstmal diese und andere Kassetten digitalisieren; denn was wir heute gemeinsam als Famile angehört haben, ist wirklich ein einmaliger Familienschatz, der nicht verloren gehen darf.

In diesem Sinne, euer Michel