Wie zuvor schon erzählt, war ich bis Dezember letzten Jahres mehr als sportfaul. Ich war rund 17 kg über Normalgewicht und mir war bewusst, dass ich "solangsam mal was tun sollte" machte aber kaum echte Anstalten, dies auch zu tun. Erst die scheinbar hirnrissige Idee, beim Halbmarathon 4 Monate später mitzumachen, bot mir eine echte Motivation, etwas zu ändern. Über meine wortwörtlich ersten Schritte berichte ich demnächst; heute werde ich erstmal darlegen, warum mir das Laufen nach etwas Überlegung als optimaler Sport erschien:
Laufen ist eigentlich das natürlichste für Homo Sapiens. Unser Körper ist (fast) perfekt auf den aufrechten Gang und aufs aufrechte Laufen ausgelegt. Seit wir die Bäume verlassen haben, steckt es in unseren Genen. Warum? Es überlebten eben nur die Menschen, die um ihr Leben laufen konnten oder den Tag über im lockeren Trab der Mammutherde nachstellen konnte, um die Sippe mit Nahrung zu versorgen. Laut Anthropologen konnten jagende Stämme in der Steppe so teils rund 40 Kilometer pro Tag zurücklegen – interessanterweise im Prinzip die Marathondistanz. Sie gingen nicht, sie latschten nicht und sie spurteten dabei nur recht selten – sie trabten, das meine ich, wenn ich vom Laufen sprechen.
Sobald man es gelernt hatte, lief man als Kind den Tag über so manche Strecke, bis man dann spätestens mit der Grundschule zum stillsitzen gezwungen wurde. Und die meisten blieben sitzen (was die Aktivität, nicht die schulische Leistung angeht)
Neuzeitlichen Couch-Potatoes tragen dennoch weiterhin die selben Gene in sich, wie ihre afrikanischen Läufer-Vorfahren und haben somit auch ähnliches Potential, was das Laufen angeht.
Dies alles war aber jetzt nicht der ausschlaggebende Punkt für mich, mit dem Laufen anfangen zu wollen. Laufen zählt einfach als effektivste, energieintensivste und gleichzeitig auch kostengünstigste Ausdauersportart. Da ich in erster Linie einfach und unkompliziert Energie verbrauchen wollte, war dies mein Hauptpunkt.
Laufen fordert außerdem den Herz-Lungen-Kreislauf, die Sehnen, Bänder und Gelenke wie kaum eine andere Sportart und fördert sie somit auch (vorausgesetzt die Sehnen und Gelenke sind noch halbwegs gesund). Mit meinen rund 23 hatte ich schon das ein oder andere Ziepen im Knie, somit lag für mich auch hier ein großer Nutzen im Laufen (was sich übrigens dann auch bestätigte).
Im folgenden liste ich mal die positiven Effekte auf (Quelle u.a. "Das große Laufbuch", H. Steffny):
- Herz Volumenzunahme, Senkung Ruhe- und Arbeitspuls
- Kreislauf bessere Durchblutung, feinere Gefäße, höhere Gefäßelastizität, geringeres Thrombose-/Arteriosklerose-Gefahr, Sekung Blutdruck
- Blut Senkung schlechtes Cholesterin, Erhöhung gutes Cholesterin, Zunahme Blutvolumen
- Hormone Abbau Stresshormone, Freisetzung natürlicher Opiate und Glückshormone
- Lunge effektivere Sauerstoffausnutzung, Erhöhung Lungenvolumen
- Muskeln Straffung, bessere Ausdauerleistung, größere Energie-/Sauerstoffspeicher, mehr "Brennöfen"
- Skelett höhere Knochendichte/-Festigkeit
- Gelenke bessere Beweglichkeit, bessere Gelenkschmierung, verlangsamte Degeneration
Dies sollte eine kleiner erster Einblick in das "Warum" geben: Laufen ist gut, da günstig, effektiv, einfach und gesund.
Demnächst mehr. Wer schon im Vorfeld gewisse Fragen oder Themen hat, die ich in den folgenden Lauf-Beiträgen mitbehandeln könnten, kann sie gerne in den Kommentaren oder über twitter stellen.
In diesem Sinne,
Michl



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